Zu dieser Sonnenfinsternis hatte die Astronomische Gesellschaft Urania e.V. Wiesbaden zur Sternwarte eingeladen, diesmal in der lokalen Presse, im Internet-Veranstaltungskalender der Stadt Wiesbaden sowie über soziale Medien. Bereits ca. vier Tage vor dem Ereignis waren die Sonnenfinsternisbrillen bei den Optikern der Stadt ausverkauft. Auf Nachfrage waren Kunden sogar teilweise an die Sternwarte verwiesen worden.
An der Sternwarte hatten wir rund 55 Sonnenfinsternisbrillen zum Ausleihen bereit und einige mobile Fernrohre mit entsprechenden Filtern vorbereitet. Rund ein Dutzend Vereinsmitglieder waren bei dem Ereignis vor Ort und haben dafür gesorgt, dass unsere Besucher die Sonnenfinsternis gebührend und mit entsprechender Sicherheit genießen konnten. Für den Nachmittag und Abend war sonniges, klares Wetter und wolkenloser Himmel vorhergesagt.
Die Eckdaten zur partiellen Sonnenfinsternis:
- Beginn um 19:20 Uhr, wenn sich die Mondscheibe gerade vor die Sonnenscheibe schiebt.
- Maximum um 20:14 Uhr mit einer Bedeckung von 88,4% der Sonne durch den Mond.
- Sonnenuntergang um 20:51 Uhr (bei idealem Horizont)
- Sonnenuntergang um ca. 20:31 Uhr (spezifisch für die Sternwarte, hinter dem realen Horizont,
nämlich dem 10 km entfernten Taunuskamm im Bereich der Hohen Wurzel)
Bereits zur Öffnung der Sternwarte um 18:30 Uhr warteten mindestens 100 Besucher darauf, bei uns eine Sonnenfinsternisbrille gegen ein Pfandgeld zu bekommen. Damit war sofort klar, dass eine Brille nur an Gruppen ausgegeben werden konnte mit der eindringlichen Bitte, diese mit anderen Besuchern zu teilen. Alle Besucher wurden eingeladen, die Sonne sicher durch Fernrohre mit entsprechenden Filtern vergrößert zu beobachten und dabei auch noch einige Sonnenflecken zu entdecken. Unsere großen stationären Teleskope haben wir erst gar nicht benutzt, da der Andrang zu groß geworden wäre und für diese Teleskope zudem die Sonne recht früh hinter den Mauern der Sternwarte verschwunden wäre. So haben wir sie zusammen mit unseren Besuchern mit zwei mobilen Fernrohren aus den Fenstern der Sternwarte heraus und mit weiteren sechs Fernrohren an der Wiese oberhalb der Sternwarte beobachtet.
Der Besucheransturm war überwältigend und wollte einfach nicht aufhören. Gegen 19:45 Uhr entstand das Bild mit rund 480 gezählten sichtbaren Besuchern auf der Wiese. Es kamen aber immer noch weitere, und außerdem waren auf der Wiese hinter dem Bildhorizont noch mal rund 150 - 200 Personen, und eine große Zahl von Besuchern blieb in der Sternwarte zum Beobachten. Die auf 800 Besucher geschätzte Zahl gilt damit als durchaus berechtigt und belegt.
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| 12.8.2026, 19:45 Uhr, Aufnahme Peter Bentz |
Die Gedanken an ein ruhiges Fotografieren der verfinsterten Sonne habe ich unter diesen Umständen rasch verworfen. Mit Teleobjektiv und Sonnenfilter auf einer freihändig gehaltenen Kamera erhielt ich nur einige wenige verwackelte und unbrauchbare Bilder.
In den letzten vier Minuten der Sichtbarkeit der Sonne gelangen mir dann aber doch noch mit Hilfe eines Stativs rund 16 recht gute Bilder der untergehenden Sonne mit dem Mond und den Bäumen auf dem Taunuskamm. Diese sind hier zu einer Sequenz zusammenmontiert (Canon EOS 7D mit Spiegelteleobjektiv MC 3M-5CA, f= 500 mm und Sonnenfilterfolie OD 5.0; Einstellungen: 1/200 s; f/8,0; ISO 2000).
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| Fotos und Sequenz: Peter Bentz |
Vielen herzlichen Dank an alle die Mitglieder der Astronomischen Gesellschaft Urania, die mit vollem Einsatz bis knapp vor der Erschöpfung bei diesem überwältigenden Ereignis mitgeholfen haben.
Dr. Peter Bentz, 21. August 2026
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