Samstag, 17. August 2019

Das Sternbild Schwan und der Doppelstern Albireo

Derzeit ist abends und nachts hoch am Südhimmel im Bereich der Milchstraße, fast im Zenit, wieder sehr schön das Sternbild Schwan zu sehen. Dieses Jahr hatte ich bis jetzt noch kein Glück mit dem Wetter, aber hier habe ich noch ein paar Bilder vom letzten Jahr.

Bei meinen Aufnahmen der Perseiden in der Nacht vom 12. auf den 13. August 2018 hatte ich eine Kamera nachgeführt auf das Sternbild Schwan und kontinuierlich Bilder aufgenommen. 

(Canon EOS 1000D mit EF 24 – 70 bei 24 mm; f/2,8; ISO 1600; 30 s).  


Einzelbild vom 12.8.2018 mit der Spur eines Perseiden (unten),
eines Flugzeugs (oben) und eines Satelliten (rechts).
  
Aus den rund 470 nachgeführten Aufnahmen habe ich nun solche ausgesucht, bei denen weder ein Flugzeug noch ein künstlicher Satellit noch ein Meteor zu sehen war. 79 dieser Bilder habe ich dann mit dem Programm Avistack überlagert und mit Photoshop optimiert.

79 x 30 s, überlagert und mit Photoshop CS2 optimiert.
Das Bildfeld ist ca. 50° x 35° groß.
  
Sehr schön sind die interstellaren, dunklen galaktischen Staubwolken zu sehen, die den Blick auf die dahinter liegenden Sterne verdecken. Außerdem sind rot leuchtende Nebel wie der „Nordamerikanebel“ (NGC 7000) links unterhalb des Denebs zu erkennen. Obwohl die Kamera nicht für die Aufnahmen von leuchtendem Wasserstoff optimiert/modifiziert ist, ist das typische rote Leuchten doch recht gut zu sehen. Dies ist vor allem auf die sehr lange Belichtungszeit von insgesamt 40 Minuten zurückzuführen.

Hier noch mal, mit den Namen der Hauptsterne und den Verbindungslinien.
Deneb markiert den Schwanz und Albireo den Kopf des Schwans.
  
Der Stern Albireo ist tatsächlich ein Doppelstern, bestehend aus Albireo (β1 Cyg) und β2 Cyg mit einem scheinbaren Abstand von 34,6 Bogensekunden. Sehr wahrscheinlich handelt es sich um einen optischen Doppelstern, d. h. die beiden Sterne sind nicht durch Gravitation miteinander verbunden, sondern stehen in unterschiedlichen Entfernungen und nur scheinbar für uns sehr nahe beieinander. Der Stern β1 Cyg selbst ist wiederum ein Doppelstern, diesmal ein physikalischer, dessen Komponenten einander umkreisen. Er lässt sich aber mit den Mitteln unserer Sternwarte (noch) nicht in zwei einzelne Sterne auflösen. Weitere Details dazu gibt es in der Zeitschrift „Sterne und Weltraum“, im April-Heft 2019.

Diesen Doppelstern habe ich am 12. September 2018 um 22 Uhr an der Sternwarte mit einer Canon EOS 7D am Teleskop Astrophysics 206 mm Starfire EDF mit 2-fach-Barlowlinse und 56 mm Zwischenring fotografiert.

Einzelaufnahme (20 s; ISO 1600) mit Doppelstern Albireo.  

Aus dem Abstand der beiden mit dem Doppelpfeil markierten Sterne im Bild und den Katalogdaten für Rektaszension und Deklination konnten das Bildfeld (0,33° x 0,22°) und die effektive Brennweite (ca. 3,9 m) der Aufnahme berechnet werden. Sie ist rund 160-mal stärker vergrößert als die Weitwinkelaufnahme oben.


Aus 30 gleichen Aufnahmen (0,5 s; ISO 100) wurden Ausschnitte von 640 x 480 Pixel mit dem Doppelstern im Zentrum genommen:
Ausschnitt (640 x 480 Pixel) einer einzelnen von 30 Aufnahmen.  
Der hellere β1 Cyg (3,5 mag) leuchtet orange-weiß und der dunklere β2 Cyg (5,2 mag) strahlt in einem kräftigen Blau. 


Im letzten Bild unten wurden 30 Einzelbilder überlagert, dann die RGB-Bilder der Überlagerung gegeneinander angepasst, geschärft und die Farbsättigung mäßig erhöht.


Der Doppelstern Albireo (β1 Cyg) und β2 Cyg
Oben links in blau: β2 Cyg - 6 Cyg B - HIP 95951
Unten rechts in orange-weiß: Albireo (β1 Cyg - 6 Cyg A) - HIP 95947 A
  

Sonntag, 11. August 2019

Nächster Vortrag: „50 Jahre Mondlandung – was geschieht in der Zukunft“, Referent: Dr. Rainer Riemann


Moon Hoax - Ein Fußabdruck, aber nicht der Fußabdruck.
Da Armstrong seinen Ersten Schritt in den schwärzesten
Schatten der Landefähre gesetzt hatte, konnte Aldrin ihn
nicht fotografieren und knipste kurzerhand den eigenen.  
In den Sommerferien feierten wir den 50. Jahrestags jenes kleinen Schrittes für einen Mann, auf den nur noch ein paar Trippelschritte folgten. Heute leben nicht mehr viele jener zwölf Menschen, die ihre Spuren auf dem Mond hinterlassen haben - doch das soll sich ändern. Neue Mitbewerber treten auf: China und Indien haben anspruchsvolle Mondprogramme aufgelegt, und auch die USA scheinen sich nach langem Zögern zurückzumelden, nicht zu vergessen private Anleger, die ihre eigenen Ansprüche verfolgen.

Unser Referent Dr. Rainer Riemann wird Ihnen an diesem Abend mit gewohnter Sachkunde berichten, was in den kommenden Jahren und Jahrzehnten in der Mondforschung geplant ist. Noch freilich können wir nicht absehen, wer der Dreizehnte Mensch auf dem Mond sein wird, und woher er kommt - oder vielleicht auch sie ...

Der Vortrag findet statt am Montag, dem 12.08., um 20:00 Uhr in der Volkssternwarte am Moltkering, auf der Martin-Niemöller-Schule, Wiesbaden. Der Eintritt für Vereinsmitglieder ist frei, Besucher zahlen einen geringen Unkostenbeitrag.

Mittwoch, 17. Juli 2019

Die Mondfinsternis vom 16./17.07.2019

Die Aufnahmen entstanden frei Hand mit einer Lumix FZ1000 um 00:20 Uhr im Karst unweit von Triest.  
1/1250 s, f/4, 146 mm, ISO 1600

1/500 s, f/4, 141 mm, ISO 3200


1/30 s, f/4, 146 mm, ISO 3200

Als Bonus noch schnell auf Jupiter gehalten. Die Freihandaufnahme 
ist leicht verwackelt, Callisto, Ganymed und Io sind aber zu erkennen.
1/8 s, f/4, 146 mm, ISO 3200

Andreas Möhn

Sonntag, 14. Juli 2019

Partielle Mondfinsternis am 16./17.07.2019

Am 16.07.2019 ab 22.00 Uhr lädt die Sternwarte der Astronomischen Gesellschaft URANIA e.V. Wiesbaden zur Beobachtung der partiellen Mondfinsternis ein. Die Sternwarte befindet sich auf dem südlichen Gebäude der Martin-Niemöller-Schule, Wiesbaden, Bierstadter Straße 47.

Die Finsternis beginnt um 22.01 Uhr MESZ mit dem Eintritt des Mondes in den Kernschatten der Erde. Der Mond steht jedoch nur knapp 4° über dem Südosthorizont und kann mit den Fernrohren der Sternwarte noch nicht beobachtet werden. Daher wird die Beobachtung der Finsternis auf der Anhöhe südöstlich der Sternwarte mit mobilen Teleskopen beginnen. Die maximale Phase der Verfinsterung mit 65 % ist um 23.31 Uhr MESZ. Auch dann kann die Mondfinsternis von der Sternwarte aus noch nicht ungestört beobachtet werden, da hohe Bäume die Sicht behindern. Erst nach Mitternacht haben wir von der Sternwarte aus freie Sicht zum Mond. Der Austritt des Mondes aus dem Erdschatten erfolgt am 17.07.2019 um 01.00 Uhr MESZ. Der Mond hat dann fast seine Höchststellung im Süden erreicht und befindet sich knapp 17° über dem Horizont. 

Der Blick nach Süden während der maximalen Verfinsterung des Mondes
am 16.07.2019 um 23.31 Uhr MESZ. 
Der Mond ist 4-fach vergrößert dargestellt.
Außer dem Mond gibt es noch zwei weitere interessante Objekte zum Beobachten, die Planeten Jupiter und Saturn. Bei beiden Planeten stören zunächst ebenfalls die hohen Bäume im Südosten. Jupiter ist dann ab ca. 22 Uhr mit den Fernrohren auf der Sternwarte zu beobachten, Saturn erst kurz nach Mitternacht. 

Alfred Schott, Astronomische Gesellschaft URANIA e.V. Wiesbaden 


Sonntag, 2. Juni 2019

Nächster Vortrag: "Vesta - ein terrestrischer Kleinplanet", Referent: Dr. Thomas Loeken


Unter dem Eindruck der spektakulären Bilder, die die Raumsonde Dawn vom Zwergplaneten (1) Ceres geliefert hatte, ist inzwischen ein wenig in Vergessenheit geraten, dass sie zuvor schon monatelang einen anderen Himmelskörper umkreist hatte, nämlich den Kleinplaneten (4) Vesta. Mit seiner Einstufung tun sich die Planetologen besonders schwer: Man hat die Vesta, die unsere Fernrohre nur als Lichtpunkt abbilden, trotz ihrer verschwindenden Größe schon "den fünften erdähnlichen Planeten" genannt (neben Merkur, Venus, Erde und Mars), andere bezeichnen sie nicht als Zwerg-, sondern als Protoplaneten, also als Welt, die kein richtiger Planet hat werden dürfen.


Was aber macht die staubtrockene, winzige Welt namens Vesta so "erdähnlich"? Die Raumsonde Dawn hat viel dazu beitragen können, diese Frage aufzuklären. Und die Untersuchungen laufen weiter, auch wenn die Dawn den "terrestrischen Kleinplaneten" schon seit langem verlassen hat. Den aktuellen Wissensstand fasst am heutigen Abend unser Referent Dr. Loeken anschaulich für Sie zusammen.

Der Vortrag findet statt am Montag, dem 03.06., um 20:00 Uhr in der Volkssternwarte am Moltkering, auf der Martin-Niemöller-Schule, Wiesbaden. Der Eintritt für Vereinsmitglieder ist frei, Besucher zahlen einen geringen Unkostenbeitrag.

Freitag, 3. Mai 2019

Frühlingsmondaufgang über dem Großen Feldberg am 21.3.2019


Am 21. März 2019 habe ich mit Hilfe von Stellarium und Google Earth einen Ort gesucht, von dem aus ich den aufgehenden Mond möglichst hinter dem Sendemast und dem Fernmeldeturm auf dem Großen Feldberg (Feldberg im Taunus) fotografieren konnte. Zu diesem Zeitpunkt war der Vollmondtermin um 16,6 Stunden überschritten, d. h. es war beim Mondaufgang bereits recht dunkel und am rechten Mondrand waren bereits Schatten der Mondkrater zu sehen.

Gegen 19 Uhr habe ich den Aufnahmeort (15 km vom Großen Feldberg entfernt) in der Nähe von Idstein aufgesucht und meine Kamera mit 500 mm Spiegelteleobjektiv auf einem Fotostativ montiert. Der Ort war offensichtlich gut gewählt und musste im Laufe des Mondaufganges nicht geändert werden.

Gegen 19:26 Uhr war ein erster heller Schimmer über dem Horizont links des Feldberges zu sehen und um 19:32:40 Uhr erschien die Mondscheibe über dem Horizont. Der Mond hatte zu diesem Zeitpunkt einen scheinbaren Durchmesser von 32‘ 57,9“. Das entspricht bei der Entfernung zum Feldberg (15 km) einer Breite bzw. Höhe von 144 m. Das stimmt dann auch sehr schön mit den scheinbaren Größenverhältnissen von Sendemast und Fernmeldeturm zum Mond überein.

Eine Serie von Einzelaufnahmen habe ich zu einem animierten Gif-Bild zusammenmontiert. Die Einzelbilder davon sind in ungleichmäßigem zeitlichem Abstand aufgenommen und zwischendurch mussten mehrfach die Belichtungsparameter verändert werden. Außerdem wurde im Laufe der Aufnahmen die Ausrichtung der Kamera verändert. Aber durch eine geeignete passende Auswahl von Ausschnitten (76 % der Rohbildgröße) konnte das ausgeglichen werden.

Übrigens war dieses Jahr der Frühlingsanfang am 20. März um 22:58 Uhr und der Vollmondtermin war am 21. März um 2:43 Uhr, also 3:45 Stunden nach Frühlingsanfang. Demnach hätte bereits am 24. März Ostern sein sollen, denn laut Definition ist Ostern am ersten Sonntag nach dem Frühlingsvollmond. Die Termine für Ostern richten sich aber nicht exakt nach den astronomischen Fakten, sondern nach dem gregorianischen Osterzyklus, der 1582 festgelegt wurde. Diese Diskrepanz wird als Osterparadoxon bezeichnet.

Peter Bentz 








Nächster Vortrag am 06.05. 2019: „Spektroskopie – verborgene Informationen im Sternenlicht“, Referent: Dr. Jürgen Kozok

Die Gedenktafel für Gustav Kirchhoff in Heidelberg
Wir haben die Möglichkeit, die Formen, Entfernungen, Größen und Bewegungen der Himmelskörper zu bestimmen, doch niemals durch irgendein Mittel ihre chemische Zusammensetzung.” - Dies behauptete der französische Philosoph Auguste Comte 1835. Zu seiner Zeit war Astronomie identisch mit der heute so genannten Positionsastronomie, in der es einzig darum ging, die Örter der Fixsterne und ihre Eigenbewegungen möglichst präzise zu vermessen. Aber noch nicht einmal 25 Jahre später entwickelten Gustav Kirchhoff und Robert Bunsen das Werkzeug, das Monsieur Comte sich nicht hatte vorstellen können: die Spektroskopie. Und zum ersten Mal wurde für den Menschen erfassbar, woraus der Himmel gemacht ist, den die Alten sich noch aus "Äther" gedacht hatten, einem Element, das noch leichter und flüchtiger sei als Feuer.
Wie die Spektroskopie die Astronomie revolutionierte und wie Sie sie heute auch in unserer eigenen Sternwarte hautnah erleben können, das wird unser Referent Dr. Kozok am kommenden Montag in einem buchstäblich vielfarbigen Vortrag vorstellen.

Der Vortrag findet statt am Montag, dem 06.05., um 20:00 Uhr in der Volkssternwarte am Moltkering, auf der Martin-Niemöller-Schule, Wiesbaden. Der Eintritt für Vereinsmitglieder ist frei, Besucher zahlen einen geringen Unkostenbeitrag.

Freitag, 19. April 2019

Ausflug nach Italien: Zu Besuch in der Universitätssternwarte Triest

Die Universitätssternwarte von Triest ist am Rande des Vororts Basovizza etwa 10 Autominuten vom Stadtrand und 1 km von der italienisch-slowenischen Grenze entfernt angesiedelt. Da die Großstadt hinter der mehrere hundert Meter abfallenden Karstschwelle verborgen liegt, ist der Nachthimmel über dem Sternwartengelände erstaunlicherweise so dunkel, dass in mondlosen Nächten sogar die Milchstraße beobachtet werden kann; nur am Westhorizont ist die Aufhellung durch den Widerschein der Hafenanlagen zu bemerken. 

Das Mikrometer, das Friedrich Georg Wilhelm Struve
zu Doppelsternvermessungen nutzte
Meine Frau und ich besuchten die Sternwarte in Basovizza am 17. April 2019. Der Beinahe-Vollmond war eine große Erleichterung, denn vom öffentlichen Parkplatz sind ein paar Gehminuten über einen völlig unbeleuchteten Karstwaldweg zurückzulegen. Das Sternwartengelände umfasste mehrere Gebäude, darunter auch einen Schulungs- und Hörsaal; geöffnet war ein 25 Meter durchmessender Kuppelbau, die Specola Margherita Hack, der sowohl den Beobachtungsraum beherbergt als auch als Projektionsfläche für ein Kleinplanetarium dient (das nur an Wolkentagen genutzt wird). Im Gebäudesockel sind ferner zwei Museumsräume eingerichtet; der eine zeigt historische Instrumente, die z. T. in das Jahr 1750 zurückreichen, der andere ist der Beteiligung der Triestiner Universität an Projekten der Europäischen Südsternwarte und anderen Institutionen gewidmet.
Vortragsleiter Conrad Böhm, der trotz seines
Namens Deutsch nur als Fremdsprache spricht,
mit dem 60-cm-Reflektor


Das enthaltene Teleskop ist ein 60-cm-Reflektor mit computergesteuerter Nachführung; allerdings nahm der Vortragsleiter nach jeder Anfahrt manuelle Feinabstimmungen vor, um das Zielobjekt in das Okular zu holen. Nach einer Einführung in die Technik des Teleskops und seiner Montierung wurde die drehbare Kuppel aufgefahren, und wir bekamen Eindrücke geboten, zu welcher Leistung das Specola Margherita Hack fähig ist. 

Beteigeuze wuchs zu einem strahlenfunkelnden orangenen Juwel von unglaublicher Intensität. Der offene Sternhaufen M35 gelangte so formatfüllend ins Sichtfeld wie die Plejaden in einem besseren Feldstecher. Vertrautere Anblicke bot dagegen der Mond, der sich ähnlich zeigte wie in unseren Wiesbadener Instrumenten, trotz Vorsatzfilter aber für eine kurzzeitige Blendung auf dem beobachtenden Auge sorgte. Leider verhinderten aufziehende Wolken den Versuch der Veranstalter, noch M13 und Gamma Leonis zu zeigen, und mit Planeten sieht es derzeit am Abendhimmel ja eher mau aus. Ein Grund für uns, im Sommer wiederzukommen!

Der Reflektor in Aktion:
Ein letzter Blick auf den Mond,
während die Wolken aufziehen
Die Termine für Einzelbesucher im Osservatorio Astronomico di Trieste sind auf 25 Personen beschränkt – die Plätze sind zwar immer ausverkauft, es waren an diesem Abend dennoch nur 16 Teilnehmer anwesend -, eine Voranmeldung online ist erforderlich. Bei Eintreffen wird eine Namensliste abgeglichen, der Eintritt kostet für Erwachsene 6 €. Die Führung wird in italienischer Sprache gehalten, wir hatten aber wenig Schwierigkeiten, den Inhalten zu folgen; auf Anfrage ist man auch gerne bereit, das Wesentliche noch einmal auf Englisch zusammenzufassen. Die meisten Beschriftungen in den Ausstellungsräumen sind dreisprachig Italienisch/Englisch/Deutsch angelegt.

Andreas Möhn

Montag, 1. April 2019

Nächster Vortrag am 1.4.2019: „Drei Jahre nach Rosetta – Neues vom Kometen Tschurjumow-Gerassimenko“, Andreas Möhn

Unsere quasi hessische Sonde Rosetta, die von Darmstadt aus gesteuert worden ist, existiert nicht mehr. Aber die Auswertung der Meßdaten vom Quietscheentchen-Kometen "Tschuri" geht weiter und hat manche Überraschung geliefert - etwa dazu, wie er zu seiner außergewöhnlichen Form gelangt ist. Inzwischen ist auch das gesamte Fotoarchiv des Unternehmens online und frei für Hobbybildbearbeiter, sich mit den Rohdaten zu befassen und neue, nie gesehene Farbaufnahmen zu generieren.

Was wir bisher über den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko wissen, wird in unserem heutigen Vortrag vorgestellt. Dazu gibt es ein ausführlich bebildertes Begleitbuch, dessen eBook-Version aus Anlass unseres Vortrags vom 01. bis zum 03. April 2019 kostenlos abrufbar ist.

Der Vortrag findet statt am Montag, dem 01.04., um 20:00 Uhr in der Volkssternwarte am Moltkering, auf der Martin-Niemöller-Schule, Wiesbaden. Der Eintritt für Vereinsmitglieder ist frei, Besucher zahlen einen geringen Unkostenbeitrag.

Donnerstag, 28. März 2019

Astronomietag 2019



Am Samstag, den 30.03.2019, findet der alljährliche Astronomietag statt, an dem auch die Sternwarte der Astronomischen Gesellschaft URANIA e.V. Wiesbaden ab 20.00 Uhr geöffnet ist. Unsere Sternwarte befindet sich auf dem Dach der Martin-Niemöller-Schule, Bierstadter Straße 47, nur 1,5 km östlich vom Stadtzentrum entfernt. 

Anthropogener Lichtmüll aus Wiesbaden
Da sind wir schon beim Thema des Astronomietags. Der Tag steht unter dem Motto: „Möge die Nacht mit uns sein – Licht aus, Sterne an“. Es geht also um die so genannte Lichtverschmutzung. Diese ist natürlich im Westen besonders stark. Aber auch in südlicher Richtung ist der Himmel stark aufgehellt durch die Stadtteile Erbenheim, Biebrich und AKK mit dem Industriegebiet. Vor allem unsere langjährigen Vereinsmitglieder haben die stetige Verschlechterung der Beobachtungsbedingungen wahrgenommen. So konnte man in den 1980er Jahren bei einem dunstfreien Himmel noch andeutungsweise die Milchstraße erkennen, was heute extrem selten ist. 

An diesem Abend ruft auch der WWF zur „Earth Hour“ auf, in der man einfach mal für eine Stunde von 20.30 bis 21.30 Uhr das Licht, zumindest das überflüssige, auslassen soll, um dabei Strom zu sparen und die Umwelt schonen. Vielleicht erleben wir das ja am Samstag in unserer Stadt und werden mit einem etwas dunkleren Himmel und besseren Blick zu den Sternen belohnt. 

Wir laden jedenfalls die Besucher der Sternwarte dazu ein, über die Lichtverschmutzung nachzudenken und zu diskutieren und natürlich bei gutem Wetter auch einen Blick durch unsere Fernrohre zu werfen.

Alfred Schott, Astronomische Ges. URANIA e.V. Wiesbaden

Montag, 4. März 2019

Astronomische Woche 2019

Vom 11. - 16. März 2019 veranstaltet die Astronomische Gesellschaft URANIA wieder ihre traditionelle „Astronomische Woche“. Hier gibt es eine Woche lang jeden Tag Vorträge und Beobachtungen von Sonne, Mond, Planeten, Sternen und anderen fernen Himmelsobjekten mit den Teleskopen der Wiesbadener Sternwarte auf der Martin-Niemöller-Schule, Bierstadter Straße 47, 65189 Wiesbaden.

Mo. 11.03.   Vortrag: „Meteorite – das Geheimnis der kosmischen Krümel“, Jörg Dobrzewski
20.00 Uhr             Durch Meteorite gelangt Materie von anderen Himmelskörpern zur Erde. Diese Urmaterie des Sonnensystems ermöglicht erstaunliche Rückschlüsse auf die Entstehung und Entwicklung des Planetensystems. Gelangten in der Frühzeit vor über vier Milliarden Jahren das Wasser und die Keime des Lebens durch kosmische Körper zur Erde?
                              Ständig regnet auch heute noch kosmischer Staub auf die Erde nieder, größere kosmische Körper stellen jedoch ein erhebliches Gefahrenpotenzial für das irdische Leben dar.

Di. 12.03.    Beobachtungsabend, Vorführungen, Fragestunde zu astronomischen Themen
20.00 Uhr            Der einzige sichtbare Planet am Abendhimmel ist der Mars. Er steht um 20.00 Uhr knapp 34° über dem westlichen Horizont. Seine Glanzzeit vom Jahr 2018 ist allerdings schon längst vorbei mit einer Helligkeit von +1,6m und einem scheinbaren Durchmesser von 5“. Selbst bei hoher Vergrößerung sieht man im Fernrohr nur ein winziges Planetenscheibchen und es ist schwierig, Details zu erkennen. Zwischen dem Mars und dem Stern Aldebaran erstrahlt unser Mond. Vom Mond sehen wir eine zu 32,5% beleuchtete Sichel. Mars geht an diesem Abend um 23.41 Uhr unter und der Mond genau eine Stunde später. Die Wintersternbilder haben inzwischen den Meridian überschritten und wandern im Laufe des Abends in den Westen und Südwesten des Himmels. Am frühen Abend finden wir im SW den Stier mit dem Stern Aldebaran, im SSW den Orion mit Rigel und Beteigeuze sowie im Süden den großen Hund mit Sirius und die Zwillinge mit Kastor und Pollux. Im OSO steht das Frühlingssternbild Löwe. Unser größter Planet Jupiter geht erst um 2.30 Uhr auf und Saturn um 4.15 Uhr. Unser Nachbarplanet Venus ist zurzeit Morgenstern und geht um 5.29 Uhr auf. Bei bewölktem Himmel finden Vorführungen statt und die Besucher können gerne Fragen zu astronomischen Themen stellen.

Mi. 13.03.     Vortrag: „Streifzug durch den Nachthimmel mit der Kamera“, Dr. Peter Bentz
20.00 Uhr            Der Vortrag zeigt einen breiten Querschnitt von Bildern mit astronomischen Motiven. Die verwendeten Aufnahmetechniken reichen von einfachen Schnappschüssen vom Mond und Planeten mit Weitwinkel- und Normalobjektiven auf einem Fotostativ bis über nachgeführte Aufnahmen am Teleskop mit extremen Brennweiten. Es wird gezeigt, wie man Mehrfachaufnahmen des gleichen Motives überlagern kann und dabei noch mehr Details sichtbar machen kann. Der Vortrag soll Anregung geben, mit bereits vorhandenen Kameras die Schätze des Nachthimmels festzuhalten. Denn oft ist gar keine komplizierte oder teure Ausrüstung notwendig, um die ersten Erfolgserlebnisse zu erhalten.
  
Do. 14.03.    Beobachtungsabend, Vorführungen, Fragestunde zu astronomischen Themen
20.00 Uhr             Die Beobachtungsbedingungen verändern sich für den Mars nur unwesentlich. Der Mond ist nun mit 54% gut zur Hälfte beleuchtet. Er steht jedoch nicht, wie gewohnt in einem Tierkreissternbild wie Stier oder Zwillinge, sondern im nordöstlichen Teil des Orion. Er befindet sich nämlich knapp 3° südlich der Ekliptik. Da der Mond ein ganzes Stück von West nach Ost weitergewandert ist, verspätet sich sein Untergang auf 2.56 Uhr. Der Sternenhimmel hat sich kaum verändert. In den zwei Tagen nach dem 12.03. verschiebt sich alles um ca. 2° bzw. 4 Vollmonddurchmesser nach Westen.

Fr. 15.03.  Vortrag: „Von der Sternkarte zum Himmel – Orientierung am Sternenhimmel“, Ralf Chita
20.00 Uhr                Für den Laien ist der Sternenhimmel mit unterschiedlich Hellen Lichtpunkten übersät. So wie es für unsere Erde Landkarten gibt, so gibt es auch für den Himmel Sternkarten. Es gibt auch sogenannte drehbare Sternkarten, die bei richtiger Einstellung den aktuellen Himmel zeigen. Weitere Orientierungshilfen sind die Sternbilder, in der Gruppen von Sternen zusammengefasst sind. Die meisten der heutigen Sternbilder gab es schon in der Antike und stammen aus der Mythologie der Griechen, Ägypter und Babylonier. Seit dem 17. Jahrhundert kamen dann durch die Seefahrt noch weitere Sternbilder am Südhimmel dazu.

Sa. 16.03.    Sonnenbeobachtung und Vortrag: „Unsere Sonne“, Dietmar Staps
14.00 Uhr             Bei klarem Wetter kann mit Spezialoptiken ein Blick auf die Oberfläche unseres Zentralgestirns geworfen werden. Wissenswertes über unsere Sonne und ihre Erforschung wird der Referent in seinem Vortrag vermitteln.

Eintritt:
Beobachtungsabende          :            Erwachsene € 2,- / Ermäßigte € 1,-   / Mitglieder frei
Vorträge                               :            Erwachsene € 3,- / Ermäßigte € 1,50 / Mitglieder frei                                                                                                                                                       

Mittwoch, 13. Februar 2019

Der Komet C/2018 Y1 Iwamoto über Hessen


"Am 20. Dezember 2018 entdeckte der japanische Amateurastronom Masayuki Iwamoto einen Kometen auf Aufnahmen, die er zwei Tage zuvor angefertigt hatte. Schnell wurde klar, dass der sich rasch bewegende Himmelskörper im Februar der Erde recht nahe kommen und dadurch eine ansehnliche Helligkeit erreichen wird. ...

In den nächsten Tagen steigt seine Helligkeit noch weiter an; seine Maximalhelligkeit von etwa 6,5 mag erreicht er um den 12. Februar, wenn er der Erde auf 0,3 Astronomische Einheiten (30 Prozent des mittleren Abstands Erde–Sonne) nahe kommt. Für eine Sichtbarkeit mit dem bloßen Auge reicht dies nicht, mit einem Fernglas dürfte er aber leicht aufzufinden sein."
(Quelle: https://www.spektrum.de/news/der-ueberraschungskomet-c-2018-y1-iwamoto/1622596)

Der Komet ist auf dem Bild unten als Fleckchen innerhalb der Kreismarkierung zu finden.


Datum: 12.02.19, Uhrzeit 22:40 Uhr 

Kamera CANON EOS 350D 
Belichtung: 100 x 3,2 sec bei 1600 ASA, Brennweite 160 mm F:5,6 
Bearbeitet mit Deep Sky Stacker und Lightroom 6 


Kai-Uwe Wehrheim

Sonntag, 3. Februar 2019

Nächster Vortrag am 4.2.2019: „Welche Farbe hat der Kosmos?“, Referent: Erich Pompl

"Dumme Frage - schwarz!" So wird man vermutlich ausrufen, wenn man diese Frage hört. Aber so einfach ist die Antwort nicht. Es gab tatsächlich Astronomen, die dieses Problem untersucht haben. Und die einen kamen zu dem Ergebnis, der Kosmos habe ein blasses Türkis, eine andere Studie behauptete, es sei ein fahles beige. 

Was nun stimmt und wie die Forscher zu ihren Behauptungen kamen, das ist das spannende Thema, über das Erich Pompl in der Volkssternwarte Urania referieren wird. Danach werden Sie den Kosmos mit anderen Augen sehen!

Der Vortrag findet statt am Montag, dem 04.02., um 20:00 Uhr in der Volkssternwarte am Moltkering, auf der Martin-Niemöller-Schule, Wiesbaden. Der Eintritt für Vereinsmitglieder ist frei, Besucher zahlen einen geringen Unkostenbeitrag.

Donnerstag, 24. Januar 2019

Die Mondfinsternis vom 21.01.2019 über Wiesbaden

Während des Beobachtungsmorgens zur Mondfinsternis am 21.Januar 2019 konnte ich einige Bilderserien vom verfinsterten Mond durch das Leitrohr des Hauptteleskopes an unserer Sternwarte aufnehmen.

Technische Daten:
Optik: 90 mm Durchmesser; 1300 mm Brennweite; f/14,4 Öffnungsverhältnis.
Kamera: Canon EOS 7D; 15 s; ISO 1000.
Mehrere Serien zu je 12 Bilder im 25 s-Takt, mit längeren Pausen zwischen den Serien (für visuelle Beobachtungen durch das Hauptteleskop und zum Neuzentrieren des Mondes).

Die Bilder jeder Serie wurden mit Avistack überlagert und mit Photoshop nachbearbeitet (Kontrast optimiert, geschärft, Farbsättigung leicht erhöht und Pixelfehler korrigiert). Zu den überlagerten Bildern wird jeweils die mittlere Uhrzeit der Serien angegeben.

Zeit: 06:03

Zeit: 06:15

Zeit: 06:37
Peter Bentz

Hier folgen ein weiteres Bild von der Mondfinsternis 21.01. und vom Orion-Nebel (Stacking-Verfahren), fotografiert mit CANON 350D 200 mm Brennweite. 

Belichtungszeit 2 sec bei 400ASA 

Belichtungszeit 160 x 1,3 sec bei 1600 ASA.(21.01.19 22:09 Uhr) 
Diese Fotos wurde mit dem Programm Deep-Sky-Stacker und mit Adobe Lightroom bearbeitet.

Kai-Uwe Wehrheim 

Samstag, 19. Januar 2019

Totale Mondfinsternis über Wiesbaden am 21.01.2019


Ein knappes halbes Jahr nach der totalen Mondfinsternis am 27.07.2018 ist wieder ein solches Ereignis von uns aus beobachtbar. Die totale Mondfinsternis findet in den Morgenstunden des 21.01.2019 statt. Die partielle Phase der Finsternis beginnt mit dem Eintritt des Mondes in den Kernschatten der Erde um 04.33 Uhr MEZ. Der Mond steht dann knapp 34° hoch über dem WSW-Horizont. Ab 05.41 Uhr befindet sich der Mond komplett im Erdschatten und die Totalität hat begonnen. 
21.01.2018 06.44 Uhr, der Himmel im Südosten mit den Planeten Venus und Jupiter

21.01.2019, 06.44 Uhr, der Himmel im WNW, der gerade noch total verfinsterte Mond (4-fach vergrößert) zwischen den Sternbildern Zwillinge und Krebs, 14° über dem Horizont.
Die Mitte der Finsternis ist um 06.12 Uhr. Nun steht der Mond im WNW nur noch knapp 18° hoch. Um 06.44 Uhr endet die totale Phase der Finsternis und der Mond tritt wieder aus dem Kernschatten der Erde heraus. Nun lohnt es sich, einmal nach SO zu schauen. Dort befindet sich gut 12° über dem Horizont der auffällig helle Planet Venus und 2 ¾° unterhalb der Venus der ebenfalls recht auffällige Jupiter. Beide befinden sich im Sternbild Skorpion. 7 ¾° rechts, etwas unterhalb von Jupiter leuchtet, allerdings durch die Horizontnähe noch relativ schwach, der Stern Antares im Skorpion. Um 07.51 Uhr schließlich endet die Finsternis und der Mond ist komplett aus dem Erdschatten ausgetreten. Der Mond steht jetzt nur noch gut 4° über dem WNW-Horizont. Jetzt sind es nur noch 26 Minuten bis zum Sonnenaufgang um 08.17 Uhr. Inzwischen sind am stark aufgehellten Himmel alle Sterne verschwunden – nur im SSO sieht man noch die beiden Planeten Venus und Jupiter. 

Sollte das Wetter es zulassen, dass die Mondfinsternis zu beobachten ist, ist die Sternwarte der Astronomischen Gesellschaft URANIA e.V. Wiesbaden auf dem Martin-Niemöller-Gymnasium, Bierstadter Straße 47 am 21.01.2019 ab 04.00 Uhr geöffnet. 

Alfred Schott, Astronomische Gesellschaft URANIA e.V. Wiesbaden

Freitag, 11. Januar 2019

Die Wiesbadener Volkssternwarte im Fernsehen!

Am kommenden Samstag, in der Nacht zum Sonntag um 00:15 Uhr, (also am 13.1.2019), strahlt der Fernsehsender arte zum derzeitigen Schwerpunktthema „Winter of Moon“ im Magazin „Kurzschluss“ den Kurzfilm „Afronauts“ von Frances Bodomo aus. In diesem 14-minütigen Film geht es um den Versuch, in Zambia im Jahr 1964 eine eigene Expedition zum Mond vorzubereiten und zu starten.

Im Anschluss daran sendet arte dazu ein Interview mit dem Filmwissenschaftler Marcus Stiglegger. Dieses Interview wurde in dem Räumen der Sternwarte der Astronomischen Gesellschaft URANIA in Wiesbaden aufgezeichnet.

Diese Magazinsendung „Kurzschluss“ soll bereits im Laufe des 12. Januar in der Mediathek von arte verfügbar sein.



Nachtrag: Der in der Wiesbadener Volkssternwarte aufgenommene Filmbeitrag auf arte ist derzeit in der Mediathek unter diesem Link zu sehen: https://tinyurl.com/y93vj66n

Mittwoch, 2. Januar 2019